Why? Corona made me do it !

Hört sich doof an, ist aber tatsächlich so !
November 2021 auf der wunderschönen Insel, wo das Übel seinen Lauf nahm.
Prognose: Covid -19 Olé Olé !
Die Pandemie treibt nun seit mehr als 1 1/2 Jahren sein Unwesen auf der ganzen Welt und es war somit nur eine Frage der Zeit bis es auch Sylt treffen würde.
Ich arbeite auf Sylt in einem Strandrestaurant als Kellnerin, oder politisch korrekt ausgedrückt, als Fachkraft für das Gastgewerbe. Danke dafür Google !

Mich und auch einige Arbeitskollegen hat es erwischt. D.h. ab nach Hause und 14 Tage in Quarantäne. Whop ! Whop !
Nachdem ich nach anfänglichem Elan allen haushalteichen Pflichten, unter anderem sogar Fensterputzen (was definitiv eine Premiere für mich war) nachgekommen war, saß ich auf meiner gemütlichen Couch und aß eine Packung Schokocrispies als kleinen Appetitanreger.
Weil nach der ganzen Hausarbeit und diversen gelesenen Bücher, wird einem ziemlich schnell langweilig und die 4000 kcal/ Tag (durch halbstündliche Gänge zum Kühlschrank) nimmt man inzwischen auch in Rekordzeit auf.
Natürlich kamen mit der Langeweile die typischen existentiellen Fragen:
„Will ich für immer in der Gastronomie bleiben?“
„Was will ich werden, wenn ich erwachsen bin?“
„Wie feiere ich meinen 30. Geburtstag in 2 Jahren?“
„Kommt der Brief aus Hogwarts noch? Vielleicht gab es ja einen internen Kommunikationsfehler und der Brief kommt einfach ein paar Jahre später als üblich.“
Nun ja, wie ich da so saß fragte ich mich tatsächlich ob ich mit meinem momentanen Leben zufrieden war (natürlich außerhalb der Quarantäne).
Ich habe mich vor Jahren bewusst für die Ausbildungsstelle in einem Institutionsbetrieb im schönen Oberbergen am Kaiserstuhl entschieden…(Grüße gehen raus !)
Inzwischen würde ich meinen Job als eine gewissen Hass-Liebe beschreiben. Man muss verstehen, dass die Gastronomie an für sich nicht nur eine eigenständige Branche zum Besten gibt, sondern viel mehr eine eigene Welt.
Ich bezweifle, dass es in einem anderen Berufsfeld zum morgendlichen Begrüßungsritual Beleidigungen jeglicher Art hagelt. Das gehört hier zum normalen Umgangston, so zeigt man, dass man isch mag.
Und bevor ihr euch jetzt fragt, was denn mit den Arbeitskollegen passiert die man nicht leiden kann…dann kann ich euch gleich beruhigen. Die werden einfach ignoriert.
Und genau diese kleine Welt liebe ich, nicht nur wegen den Beleidigungen, sondern weil der Job an für sich echt Spaß macht. Man wächst zu einer ziemlich großen Familie zusammen.Im Normalfall verbringt man ja auch Weihnachten, Silvester und so ziemlich jeden Feiertag im Jahr zusammen.
Trotzdem wird der Job zunehmen anstrengender.
Was hat sich also das letzte Jahrzehnt geändert…?
Ganz einfach, die Gäste !
Früher wollten sich nur die oberen Zehntausend profilieren, was manchmal absurde Wünsche hervorrief, aber absolut kein Problem darstellte. Die immer mehr verpönten „reichen“ Menschen zahlten nämlich gerne dafür und zwar gut !
Inzwischen aber meint jeder Hans Wurst er müsse sich vor seinen Gästen profilieren und Ansprüche stellen, für die er nicht bezahlen will.
 „Wie die Trüffelpommes kosten mehr?“ Tja, Trüffel wachsen leider nicht in den Dünen !
Wenn es dann mal nicht so läuft wie geplant, da doch zu viel Knoblauch in den Knoblauchspaghetti war dann wird umgehend mit einer schlechten Bewertung auf Tripadvisor gedroht. Go for it !
Es geht hier auch nicht um arm oder reich ! Es geht um eine bestimmte Randgruppe, die immer größer zu werden scheint. Die Nörgler, wo die laufen wächst echt kein Gras mehr (die werde ich sicherlich nochmals an anderer Stelle erwähnen).
Und übrigens die 5- 10 % Trinkgeld, wenn es „Ach so toll war.“ sind kein Ammenmärchen. Die existieren wirklich…! Falls Sie es noch nicht wussten, von Ihrem Lob und den Komplimenten kann ich meine Miete leider nicht bezahlen!
…“und einmal im Ferienlager, da….“ …kleiner Scherz.
Jetzt bin ich wohl minimal abgedriftet. Die Frage was ich im Leben machen will schürt wohl tiefer als gedacht.
Auf einmal gedankenversunken auf meinem Sofa, da kam es mir wie ein Geistesblitz…es fiel mir wir Schuppen von den Augen…ich wollte und jetzt haltet euch fest…finanzielle Freiheit ! (so muss sich Indi gefühlt haben als er den heiligen Grahl gefunden hat !)
Der Wunsch nach finanzieller Freiheit, den so ziemlich jeder aus dieser „neuen“ Welt hegt, in der es momentan keine anderen Probleme außer Greta Thunberg, Corona Leugner und Tempolimit gibt.
Eins haben alle drei gemeinsam…braucht kein Mensch ! (Shitstorm alert!)
Aber woher kommt auf einmal dieses Umdenken?
Die Zeit auf Gottes Erden für sinnvolleres zu nutzen als den ganzen Tag zu arbeiten um dann am besten vorbildlich mit Renteneintrittsalter zu sterben, um bloß keine Ansprüche auf gesetzliche Rente geltend zu machen.
Tatsächlich stelle ich mir mein Leben anders vor, irgendwie spektakulärer… Gut, ich habe mich damit abgefunden, dass ich wohl nicht mehr in die Geschichtsbücher eingehen werde. Aber so ein Zwischending vielleicht, zwischen hoher Arbeitsmoral für Vater Staat und Geschichtsbücher…
Naja, diese Frage wird mich wohl noch eine Weile verfolgen.
Bis dahin schreib ich hier ein paar sinnfreie Texte nieder.
Und falls ihr denkt „Oh no, not another stupid blog!“ kann ich das echt nachvollziehen. Ich denke nämlich genau so!
Dass hier dient lediglich als „Tagebuch“.
Man könnte auch sagen, die Langeweile made me do it!
And this is
how I met your mother
 

the food side of life.